Eine himmlische Liebe: Roman

Eine himmlische Liebe: Roman

by Lisa See, Elke Link

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Overview

Bevor Mudan verheiratet wird, macht der Vater ihr ein großartiges Geschenk: Er lässt eine Oper im Garten seines Hauses aufführen. Dabei übertritt sie die strengen Regeln, die im China des 17. Jahrhunderts gelten. Sie lässt sich von einem Fremden ansprechen, dem sofort ihr Herz gehört. Nun will sie sich nicht mehr ihrem Schicksal fügen – wie ihr großes Vorbild: die Heldin der Oper, die lieber ihr Leben lässt als einen unbekannten Mann zu heiraten. Lisa See entführt in die Welt des alten China und erzählt nicht nur die Geschichte einer himmlischen Liebe, sondern schildert Frauen, die sich nicht hindern ließen, schreibend ihr Leben und ihre Liebe selbst in die Hand zu nehmen.

Product Details

ISBN-13: 9783641040574
Publisher: C. Bertelsmann Verlag
Publication date: 04/19/2010
Sold by: Bookwire
Format: NOOK Book
Pages: 478
File size: 486 KB

About the Author

Lisa See, geboren in Paris, aufgewachsen in Los Angeles in Chinatown, entstammt einer chinesisch-amerikanischen Familie. Sie arbeitete dreizehn Jahre lang als Journalistin. Ihr erstes Buch "On Gold Mountain" (dt. "Auf dem Goldenen Berge", 1997) war ein internationaler Bestseller und erhielt 1995 die "Notable Book"-Auszeichnung der New York Times. Als Kuratorin betreut sie mehrere große Ausstellungen, die sich mit interkulturellen Beziehungen zwischen Amerika und China beschäftigen. Im Jahr 2001 wurde sie von der Organisation Chinesisch-Amerikanischer Frauen als "National Woman of the Year" ausgezeichnet; im Herbst 2003 erhielt sie den "Chinese American Museum´s History Makers Award". Vor vier Jahren hat sie mit ihrem Roman "Der Seidenfächer" einen Weltbestseller geschrieben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Los Angeles.

Hometown:

Los Angeles, California

Date of Birth:

February 18, 1955

Place of Birth:

Paris, France

Education:

B.A., Loyola Marymount University, 1979

Read an Excerpt

Die Ming-Dynastie ging im Jahre 1644 unter und wurde mit der Herrschaft der Mandschu durch die Qing-Dynastie abgelöst. Etwa dreißig Jahre lang befand sich das Land in einem Zustand des Aufruhrs. Viele Frauen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, andere gingen freiwillig. Tausende Frauen veröffentlichten Lyrik und Prosatexte. Liebeskranke Mädchen waren ein Phänomen der Zeit. Bis heute sind die Werke von mehr als zwanzig dieser Dichterinnen erhalten.
Bei Zeitangaben richte ich mich nach dem traditionellen chinesischen Stil. Kaiser Kangxi regierte von 1662 bis 1722. Tang Xianzus Oper Der Päonienpavillon wurde 1598 aufgeführt und dann veröffentlicht. Chen Tong (Mudan in diesem Roman) wurde 1649 geboren, Tan Ze 1656 und Qian Yi 1671. 1694 erschien Der Kommentar der drei Ehefrauen, weltweit das allererste Buch dieser Art, das von Frauen geschrieben und veröffentlicht wurde.

Der Quell der Liebe ist uns unbekannt, doch wächst sie stetig an. Lebende können durch sie zugrunde gehen, und Tote werden durch ihre Kraft wieder lebendig. Die Liebe hat ihre höchste Vollendung erst erreicht, wenn ein Lebender bereit ist, für sie zu sterben, oder wenn sie einen Toten zum Leben erwecken kann. Muss denn Liebe, die einen im Traum ankommt, notwendig unwirklich sein? In dieser Welt gibt es keinen Mangel an geträumten Liebhabern. Nur für den, der die Liebe auf dem Kissen erfüllt sehen will und dessen Zuneigung sich erst nach der Heimkehr aus dem Geschäft vertieft, ist sie eine rein körperliche Angelegenheit.

Vorwort zu Der Päonienpavillon TANG XIANZU, 1598

Im Garten

DER PAVILLON DER WINDE

Zwei Tage vor meinem sechzehnten Geburtstag wachte ich bereits vor meiner Zofe auf. Weide schlief noch auf dem Boden am Fuße meines Bettes. Eigentlich hätte sie Schelte verdient, aber ich verzichtete darauf. Ich war froh über ein paar Augenblicke für mich allein, um mich ganz meiner Aufregung und Vorfreude hinzugeben. Von heute Abend an sollte Der Päonienpavillon in unserem Garten aufgeführt werden, und ich durfte dabei sein. Ich liebte diese Oper und besaß bereits elf der dreizehn Druckausgaben. Im Bett zu liegen und von der jungen Liniang und ihrem Traumliebhaber zu lesen, von ihren Abenteuern und ihrem Triumph am Ende! Doch nun würde ich die Oper drei Abende lang wirklich zu sehen bekommen, was Frauen und Mädchen normalerweise verboten war. Den Höhepunkt würde der siebte Tag des siebten Mondmonats darstellen. Der Tag der Doppelsieben war das Fest der Liebenden und gleichzeitig mein Geburtstag. Mein Vater hatte noch andere Familien zu den Festivitäten eingeladen. Wir würden Wettbewerbe und Festessen veranstalten. Es würde ein großartiges Ereignis werden.
Weide setzte sich auf und rieb sich die Augen. Als sie merkte, dass mein Blick auf ihr ruhte, rappelte sie sich rasch auf und bot mir ihren Morgengruß. Vor lauter Nervosität nahm ich alles peinlich genau, als Weide mich badete, mir in ein Gewand aus lavendelfarbener Seide half und mir die Haare bürstete. Ich wollte tadellos aussehen, und ich wollte mich tadellos benehmen.

Ein Mädchen, das kurz vor seinem sechzehnten Geburtstag steht, weiß, wie hübsch es ist, und dieses Wissen leuchtete auch in mir, als ich in den Spiegel sah. Meine Haare waren schwarz und seidig. Als Weide sie bürstete, spürte ich die Striche von oben über den ganzen Rücken hinunter. Meine Augen hatten die Form von Bambusblättern, meine Brauen waren zart wie die Pinselstriche eines Kalligraphen. Meine Wangen schimmerten blassrosa wie das Blütenblatt einer Päonie. Mein Vater und meine Mutter betonten oft, wie passend das doch war, denn mein Name lautete Mudan, chinesisch für Päonie. Wie es nur ein junges Mädchen vermag, versuchte ich, der Zartheit meines Namens gerecht zu werden. Meine Lippen waren voll und weich. Ich hatte eine schmale Taille, und meine Brüste waren bereit für die Berührung eines Ehemanns. Dass ich eitel war, würde ich nicht behaupten. Ich war einfach eine typische Fünfzehnjährige. Ich war mir meiner Schönheit bewusst, besaß jedoch schon genug Weisheit, um zu wissen, dass sie vergänglich war.
Meine Eltern liebten mich über alles und sorgten dafür, dass mir eine gute Bildung zuteil wurde - eine sehr gute. Das Leben, das ich führte, war vornehm und exklusiv. Ich arrangierte Blumen, sah hübsch aus und sang meinen Eltern vor. Ich war so privilegiert, dass sogar meine Zofe gebundene Füße hatte. Als kleines Mädchen glaubte ich, dass mir zuliebe am Tag der Doppelsieben all die Feiern veranstaltet und all die Köstlichkeiten aufgetischt wurden. Man ließ mich in dem Glauben, denn ich wurde geliebt und war sehr, sehr verwöhnt. Ich atmete tief ein und langsam wieder aus - ich war glücklich. Das würde mein letzter Geburtstag in meinem Elternhaus sein, bevor ich wegheiratete, und ich wollte jede Minute genießen.
Ich verließ mein Zimmer in der Halle der unverheirateten Mädchen und machte mich auf zur Ahnenhalle, wo ich meiner Großmutter Opfer darbringen wollte. Ich hatte so viel Zeit damit verbracht, mich zurechtzumachen, dass ich ihr nur kurz meine Ehrerbietung erwies. Ich wollte nicht zu spät zum Frühstück kommen. Meine Füße trugen mich nicht so schnell, wie ich es gerne gehabt hätte, aber als ich meine Eltern gemeinsam in einem Pavillon mit Blick über den Garten sitzen sah, drosselte ich mein Tempo. Wenn Mama zu spät kam, konnte auch ich mich verspäten.
»Unverheiratete Mädchen sollten nicht in der Öffentlichkeit gesehen werden«, hörte ich meine Mutter sagen. »Ich mache mir sogar um meine Schwägerinnen Sorgen. Ihr wisst ja, dass ich sowieso gegen Ausflüge bin. Und jetzt wegen dieser Aufführung Leute von außen hier hereinzubringen...«
Sie beendete den Satz nicht. Ich hätte zusehen sollen, dass ich weiterkam, aber die Oper bedeutete mir so viel, dass ich noch blieb und mich hinter dem Stammgeflecht einer rankenden Glyzinie versteckte, um zu lauschen.
»Das kannst du doch nicht als Öffentlichkeit bezeichnen«, widersprach Baba. »Es ist keine offene Veranstaltung, wo sich die Frauen entehren, indem sie unter Männern sitzen. Ihr seid hinter Wandschirmen verborgen.«
»Aber es befinden sich Männer von außen innerhalb unserer Mauern. Es könnte sein, dass sie unsere Strümpfe und Schuhe unter dem Wandschirm sehen. Es könnte sein, dass sie unsere Haare und unseren Puder riechen.


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